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Zukunft wird geplant: So geht es bei den Kölner Haien weiter

Trainer Uwe Krupp und die Spieler der Kölner Haie müssen das Aus im Viertelfinale gegen die Adler Mannheim verdauen. Foto: Bopp

Köln | Trotz guter Leistungen haben die Kölner Haie die Viertelfinalserie gegen die Adler Mannheim mit 2:4 verloren. Der Stachel der Enttäuschung sitzt bei Spielern und Verantwortlichen tief, trotzdem kann der Eishockeyclub positiv in die Zukunft blicken.

Es hat mal wieder nicht gereicht. Der KEC hat den Sprung unter die besten Vier in der Deutschen Eishockey Liga nicht geschafft. Nachdem das Team jedoch im letzten Jahr gegen die Eisbären Berlin (0:4) chancenlos war, bereiteten sie dem Favoriten Adler Mannheim einen heißen Kampf, der am Ende nicht belohnt wurde.

„Alle Spiele waren eng, wir haben super gefightet. Die ganze Saison über hat die Mannschaft alles gegeben, es macht Spaß, mit ihr zu arbeiten“, sagte Trainer Uwe Krupp nach sechs spannenden und emotionalen Spielen. Trotzdem muss der Verein die Serie erst einmal verdauen, ehe es ab Mittwoch in die intensive Analyse geht.

„Das Aus fühlt sich extrem bitter an, es ist es ein brutales Aus gerade, keine Frage. Trotzdem ist die Serie Werbung für unseren Sport gewesen, unsere Fans haben uns toll unterstützt, sie haben gespürt, dass die Mannschaft mit Leidenschaft und Herz spielt“, erklärt Haie-Geschäftsführer Philipp Walter mit einer Prise Stolz in der Stimme.

Kölner Haie verschafften sich wieder Respekt in der DEL

Vor der Saison haben die Verantwortlichen die Parole ausgegeben, sich wieder den Respekt der Liga zu erarbeiten. Das ist gelungen, die Haie haben attraktives und offensives Eishockey geboten und sich die beste Heimbilanz seit vielen Jahren erarbeitet. 18 Haie-Siege und zehn Niederlagen stehen nach er Hauptrunde in der Lanxess-Arena zu buche. Dass es ausgerechnet in den Playoffs drei Niederlagen im Henkelmännchen setzte, ist umso ärgerlicher.

Walter: „Am Ende waren es nur Kleinigkeiten. Aber einige Fans haben mir gesagt, dass wir die Stadt wieder das ist ein gutes Feedback. Wenn wir ein, zwei Nächte darüber geschlafen haben, können wir wirklich sagen, dass wir an vielen Stellen ganz gut abgebogen sind in den letzten Monaten. Wenn ich denke, wo wir vor zwei Jahren waren – mit leerer Halle und Playoff-Aus. Jetzt sind wir haarscharf am Halbfinale vorbeigeschrammt. Aber wir sind wieder bei der Musik, der KEC ist wieder da.“

Und das sollen die Anhänger auch in den kommenden Jahren spüren. Denn die Hoffnungen, endlich den neunten Titel nach Köln zu holen, sind weiterhin riesig. Darauf wird in der zu langen Sommerpause intensiv hingearbeitet. Walter: „Wir werden in den nächsten Tagen ruhig analysieren und schauen, was wir besser machen können im nächsten Jahr. Wir haben ein Ziel formuliert: Wir wollen hier Deutscher Meister werden. Das ist ein langfristiges Ziel, was wir uns gesetzt haben. In dieser Saison wollten wir die Lücke schließen zu Teams wie Mannheim und Berlin, das ist ein gutes Stück gelungen.“

Haie-Geschäftsführer Philipp Walter hofft weiter auf die neunte Deutsche Meisterschaft. Foto: Eduard Bopp

Aber es hat halt noch nicht gereicht, um den großen Wurf zu landen. Der Wille ist dafür umso größer, in die Phalanx der Großen noch weiter einzubrechen. Dafür wird der Kader im neuen Jahr verstärkt. „Jetzt geht es darum, auf diesem sehr guten Fundament, was wir uns erarbeitet haben, aufzubauen. Das Ziel ist immer, den Kader besser zu machen, aber es wird keinen großen Umbruch bei uns geben. Dazu ist die Substanz im Kader zu gut“, betont Walter.

Kölner Haie werden wieder angreifen

Ähnlich sieht es Stürmer Maximilian Kammerer, der mit seinem Tor zum 1:0 die Hoffnungen auf ein weiteres Duell mit den Adlern größer werden ließ. „Wir werden es nächstes Jahr wieder versuchen und wieder angreifen. Wir werden uns auf einigen Positionen verstärken und dann schaut es nächstes Jahr noch besser aus. Wenn wir an den richtigen Schrauben drehen, glaube ich, dass wir ein gutes Fundament für die kommenden Jahre haben.“

Besonders das Überzahlspiel benötigt eine Blutauffrischung. Nick Bailen als Spielmacher an der blauen Linie reicht nicht aus, der Verteidiger braucht mehr Unterstützung, damit die Defensive noch mehr Offensivpower entwickeln kann. Zudem wäre ein starker zweiter Torwart wichtig, um Mirko Pantkowski in der Hauptrunde die nötigen Ruhepausen zu geben.

Ersatzmann Oleg Shilin hat seine Klasse aufgrund vieler Verletzungen nur selten zeigen können. So hat Pantkowski (2,83 Gegentreffer im Schnitt, Fangquote: 89,60%) als Kölner Nummer eins das direkte Duell gegen Adler-Schlussmann Arno Tiefensee (2,09 Gegentore im Schnitt, Fangquote 91,37 %) verloren. Auch ein Grund für das Aus der Haie.

Kölner Haie holen Tobias Ancicka von Eisbären Berlin

Im Tor scheint den Haien ein Coup bereits gelungen zu sein. Von den Eisbären Berlin wird Tobias Ancicka gehandelt. Der 22-Jährige soll bereits einen Vertrag unterzeichnet haben. Stürmer Justin Schütz soll aus München verpflichtet werden. Zudem sind für den Angriff Gregor MacLeod aus Nürnberg und Frederik Storm (Ingolstadt) heiße Kandidaten.

Während Nick Baptiste und David McIntyre aufgrund ihrer starken Leistungen mit einem neuen Vertrag ausgestattet wurden, müssen auch einige Spieler den KEC verlassen. Alex Oblinger steht vor einer Rückkehr zu den Augsburger Panthern, auch Jon Matsumoto, Julian Chrobot, Jack Dougherty, Ryan Stanton und Andrew Roach erhalten wohl keine neuen Papiere. Zach Sill und Landon Ferraro werden wohl ebenfalls keine Zukunft in Köln haben.

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