Sport

Türkei-Spiel: Kölner Reporter erklärt Pfiffe von Berlin

Reporter Cüneyt Karadag war live in Berlin dabei. Foto: Karadag

Köln | Ein Fußball-Länderspiel und seine Folgen.

Der Auftritt der deutschen Nationalmannschaft am Samstag im Berliner Olympiastadion gegen die Türkei (2:3) war nicht nur sportlich aus Sicht des DFB ein Debakel.

Denn neben der Niederlage auf dem Platz hatte die Truppe um Coach Nagelsmann auf den Rängen ein „Auswärtsspiel“ in der eigenen Hauptstadt.

Dass viele frenetische türkische Fans die „Gastgeber“ konsequent auspfiffen und ausbuhten, sorgte für einen bitteren Beigeschmack.

Cüneyt Karadag erklärt die Reaktionen der türkischen Anhänger im Olympiastadion

Der frühere Kölner Journalist Cüneyt Karadag erlebte die Atmosphäre im Stadion live und schildert aus seiner Sicht, wie er persönlich diese empfand.

„Zunächst einmal war die Atmosphäre beim Spiel zwischen der deutschen Nationalmannschaft und der Türkei in Berlin großartig. An einem schönen Herbstabend waren die türkischen Fans auf den Tribünen in der Überzahl. Die Zuschauer sahen ein fußballerisches und wegen vielen Tore sehr gutes Spiel“, beginnt er, „Aber natürlich gab es auch einige unerwünschte Situationen. Schließlich war es ein Freundschaftsspiel, und bei einem Freundschaftsspiel wird erwartet, dass sich alles entsprechend verhält.“

Die Pfiffe richteten sich aber nicht gegen Deutschland, sie waren lediglich ein Versuch, die gegnerische Mannschaft gegen die eigene Mannschaft zu demoralisieren

Cüneyt Karadag

Der renommierte Reporter wird deutlich: „Zum Beispiel können die Pfiffe gegenüber der deutschen Nationalmannschaft und insbesondere gegenüber İlkay (Gündogan, Anm. d. Red.) in einem solchen Freundschaftsspiel nicht gebilligt werden.

Die Pfiffe richteten sich aber nicht gegen Deutschland, sie waren lediglich ein Versuch, die gegnerische Mannschaft gegen die eigene Mannschaft zu demoralisieren. Ich halte es aber nicht für richtig, wegen einer solchen Situation ein Problem des Zusammenhalts zu schaffen.“

Karadag reist viel zwischen beiden Ländern umher und weiß: „Fußball ist keine Politik, Fußball verbindet. Ich finde es nicht richtig, hier einen Vorfall zu machen und in Harmonisierungs-Diskussionen im Lande einzutreten.

Auch wenn es mir persönlich nicht gefällt, kann die gegnerische Mannschaft bei jedem Spiel ausgepfiffen werden, das sind Dinge, die im Fußball passieren.“

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