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Viktorias Pokal-Wahnsinn: Philipp haut seine Liebe Werder raus

David Philipp und Patrick Koronkiewicz jubeln nach dem Pokalcoup der Viktoria gegen Werder Bremen. Foto: Bucco

Köln | Pokal-Wahnsinn im Sportpark Höhenberg: Viktoria Köln gelang in der ersten Runde des DFB-Pokals die große Überraschung und bezwang den Bundesligisten Werder Bremen mit 3:2. Dabei fiel die Entscheidung in allerletzter Sekunde.

Denn als sich alle 8.343 Besucher auf der Schäl Sick bereits mit einer Verlängerung angefreundet hatten, schlug der Drittligist noch einmal eiskalt zu. Patrick Koronkiewicz hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt, seinen Versuch konnte Jiri Pavlenko noch mit dem Fuß abwehren, jedoch stand Donny Bogicevic goldrichtig und verwandelte den ausverkauften Sportpark mit dem Siegtor in ein Tollhaus.

Der nächste Paukenschlag der Viktoria im DFB-Pokal war nach dem Triumph gegen den damaligen Zweitligisten Union Berlin (2:1) in der Saison 2015/16 perfekt. So dürfen sich die Rechtsrheinischen über ein weiteres tolles Pokalspiel und eine fette Einnahme freuen.

Dementsprechend groß war der Jubel nach dem Schlusspfiff. Trainer Olaf Janßen sprang Sportvorstand Franz Wunderlich ausgelassen in die Arme, die Spieler feierten vor der Fankurve einen ganz besonderen Augenblick und tanzten zu „Nie mehr Fastelovend“ von Querbeat. Karneval in Köln mitten im August!

Der Tag wird besonders David Philipp nicht so schnell vergessen. Der Kölner Stürmer spielte sechs Jahre für Werder (2014 bis 2020) und durchlief viele Jugendmannschaften der Norddeutschen. „Werder ist mein Herzensverein“, hatte Philipp bereits vor der Partie verraten.

Viktoria Köln: David Philipp erzielt Doppelpack gegen Werder Bremen

Doch Gnade kannte der Angreifer mit den Grün-Weißen nicht. Der 23-Jährige erzielte gegen seinen Lieblingsverein einen Doppelpack innerhalb von sieben Minuten und sorgte für eine herbe Enttäuschung beim großen Favoriten. „Dass David kicken kann, wissen wir schon länger. Bei uns hat er zu seinen spielerischen Fähigkeit auch die nötige Robustheit dazubekommen. Wenn er so weitermacht, kann er sicher auch höher spielen“, erklärte Janßen.

Viktoria Kölns Trainer Olaf Janßen freut sich über den Sieg seiner Mannschaft im DFB-Pokal gegen Werder Bremen. Foto: Bucco

Und schöne Tore erzielt Philipp auch. Zunächst traf er mit einem tollen Schlenzer in die lange Ecke zum zwischenzeitlichen 1:1 (72.), nach dem erneuten Rückstand durch Niklas Füllkrug per zweifelhaften Foulelfmeter (77.) sorgte der Offensivspieler fast im Gegenzug erneut für den Ausgleich (79.).

Viktoria Köln profitiert von Roten Karte gegen Amos Pieper

Viktoria profitierte nicht nur von einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause, sondern auch von einer Roten Karte gegen Amos Pieper. Der Bremer Abwehrspieler konnte im Laufduell mit Luca Marseiler nur die Notbremse ziehen und wurde von Schiedsrichter Frank Willenborg bereits nach elf Minuten vom Rasen gestellt.

Trotzdem gelang Werder durch Marwin Duksch kurz vor dem Wechsel die Führung, dieser Rückschlag warf die Viktoria aber nicht um. „Die Jungs haben schon häufig bewiesen, dass sie Rückstand aufholen kann. Das haben wir schon gegen Verl gezeigt“, lobte Janßen den nächsten Kraftakt seiner Mannschaft.

Viktoria Köln: Olaf Janßen freut sich über Mannschaftsleistung

Denn der Coach hatte den Eindruck, dass sein Team immer besser in Begegnung kam. „Je länger das Spiel lief, desto dominanter sind wir aufgetreten. Die Art und Weise war top, trotzdem konnte man in der letzten Sekunde nicht ernsthaft mit dem Siegtreffer rechnen. Ich habe das einmal mit dem FC St. Pauli erlebt, aber normal ist das nicht“, so Janßen.

Nach dem ersten Erfolg gegen einen Bundesligisten seit 1975 hoffen alle bei Viktoria auf das nächste attraktive Los. „Ich hätte nichts dagegen, wenn wir nun den FC bekommen würden“, sagt Janßen mit einem Augenzwickern. Der FC war schon zur Spionage in Höhenberg. Trainer Steffen Baumgart war samt Gattin im Stadion und sah die erste große Pokalsensation live vor Ort.

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